Jürgen von der Lippe.


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Fragen und Antworten
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Hallo, hier ist das Ergebnis des Fragen-Aufrufs Anfang 2006. Danke an alle, die teilgenommen haben - an euch für die Fragen und an Jürgen von der Lippe für die Antworten! Das Interview führte Winni Gahlen für euch. Viel Spaß beim Nachlesen!


 

Wie schaffst du das, immer so ausgeglichen zu sein?

Ich tu’ nur so!

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Was findest du am japanischen Essen?

Wenn ich Glück habe, frischen Fisch. Wenn ich noch mehr Glück habe, ist er auch kalt. Weil, roher Fisch warm ist ungefähr das Schlimmste, was es überhaupt gibt.

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Woher kommt deine Freude am Hypochondrieren?

Da hab’ ich keine Freude dran. Das ist ein Leiden. Der Fachmann weiß das, denn die Angst vor Krankheiten ist nichts, was fröhlich stimmt. Das ist ja eine kleine Meise, die man hat, aber Lust am Hypochonder-Dasein hat, glaub’ ich, niemand.

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Woher kommt eigentlich "Erdmännchen"?

Das weiß ich nicht. Das ist mit Klaudi entstanden, warum, weiß ich nicht. Das liegt schon sehr lange zurück, wir haben wahrscheinlich mal irgendwie einen Film gesehen. Die sind ja sehr putzig, diese Tierchen, die ja, glaube ich, nur in der Kalahari vorkommen, und auch, glaube ich, ein sehr reges Geschlechtsleben führen. Wirklich viel weiß ich nicht darüber, sie sehen aber sehr putzig aus - und sind ungewöhnlich schlank! Vielleicht ist es das.

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Vermisst du eigentlich die "Geld oder Liebe" - Familie?

Muss ich ja gar nicht vermissen, die meisten sehe ich ja ab und zu. Mit einigen habe ich zumindest telefonisch Kontakt, mit Mimi, die ich nun lange nicht gesehen habe, oder mit Heinz; die Internationalen habe ich vor kurzem erst getroffen, da war Hase auch dabei, zum Geburtstag von Dirk. Ulla macht Kostüm bei "Was liest du?" - also ...

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Wann ist die DVD vom aktuellen Programm geplant?

Das kommt, wenn das Programm abgespielt ist, was Mitte 2007 der Fall sein wird. Dann gibt es eine Aufzeichnung. Wann dann die DVD rauskommt, weiß ich nicht.

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Wie ist die Figur des "Kalle" entstanden?

Man kann das Zustandekommen einer Idee meistens nicht mehr rekonstruieren. Du hast Textbrocken und überlegst irgendwie, wie könnte man das präsentieren, und auf einmal hast du so ’ne Figur vor Augen - so. Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten. Also so war es sicher nicht, dass man sagt, ich würde gerne eine solche Figur machen, sondern ich glaube, es ging wirklich darum, dass ich so textliche Ideen hatte oder auch irgendwelche Gags aus Amerika - die ich ja nun auch klaue, wie alle anderen auch - und dann werde ich gedacht haben: "Und das wäre eigentlich aus dem Mund eines Berliner Rockers ’ne hübsche Sache."

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Gibt es irgendwann ein zweites "In diesem Sinne" - Buch?

Nee! Also, das hat einfach damit zu tun, dass ich festgestellt habe, dass dieser westfälische Tonfall - es ist ja kein Dialekt, den ich da mache, ist ja nur eine Färbung - dass das nicht so bundesweit interessiert, wie beispielsweise das Berlinerische, das Sächsische oder das Bayerische. Außerhalb von Westfalen kommt das nicht wirklich gut an, und deswegen habe ich diese Figur auch schon sehr lange nicht mehr bedient.

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Was liest du gerade?

Ich lese gerade "Kochen für Mister Cappucchino" von Amanda Hesser, das ist eine Kochjournalistin, eine Amerikanerin, die einerseits Restaurant-Kritiken macht, andererseits Berichte über Familien, die irgendetwas herstellen. Und die hat ’n neuen Freund ... Das sind eigentlich Aneinanderreihungen von Begebnissen, die sehr hübsch erzählt sind, und das ganz Tolle: Es sind Wahnsinns-Rezepte drin! Auf Schritt und Tritt, und so was les’ ich ja nun immer gerne, und es ist ein sehr hübsches Buch für Kochinteressierte, von denen es ja offensichtlich immer mehr gibt, wie wir ja an dem Boom von Koch-Formaten sehen. Es gibt ja nichts, was im Moment mehr Aufschwung hat als Koch-Formate, vierzig haben wir im Augenblick ...

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Welches war die letzte CD oder DVD, die du gekauft hast, und welches war deiner Meinung nach die beste der letzten zwölf Monate?

Als DVD habe ich, glaub’ ich, gekauft das neue Doppelalbum der Eagles. Was ich sehr gerne ständig höre und gucke, ist Norah Jones von Silvester, dieser Live-Mitschnitt, wo Dolly Parton unter anderem zu Gast war. 3sat macht ja immer 24 Stunden an Silvester Musik, und da hatte ich mir aufgenommen: Norah Jones, Roy Orbison, Moody Blues und Elton John; und die Norah Jones, die schleppe ich jetzt dauernd mit. Und dann ... du hast nach DVD gefragt ... ja also gut, ich bin nun beinharter Eagles-Fan, ich kenne nichts, was live so klingt, wie die Eagles, das ist nicht zu fassen.

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In der "Schillerstraße" hast du einen Cocktail getrunken. Was war dein erster Gedanke?

Das war das, was Annette da immer zusammenpanscht, das war Essig. Also, irgendwann hat sie mich auch gehindert, es zu trinken, weil ihr klar war, dass ich’s runterstürzen würde, und sie sich dann wohl berechtigte Sorgen machte. Ja, Hauptbestandteil war Essig, so viele Zutaten haben sie da auch nicht ...

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Bei Oliver Pocher hast du offensichtlich Hammelhoden gebraten ...

Lammhoden! Lammhoden waren es! Also, Hammelhoden wär, glaub ich, schon ...

... wie würdest du den Geschmack beschreiben?

Is lecker! Es war so, er hatte ja gar nicht die Zeit, um das nun korrekt zuzubereiten, denn die Dinger haben ja einen ziemlichen Durchmesser, d.h., du müsstest schon anderthalb Stunden haben im Backofen, um die im Ganzen zu garen. Es war ja auch nichts da, keine vernünftigen Messer, ich hab dann irgendwie Fetzen abgesäbelt, weil, er war ja nun finster entschlossen, etwas zu essen, und ich wollt’s ihm auch nicht wirklich roh geben. Ich hab’s aber probiert, es war lecker. Von den Beschreibungen ist wahrscheinlich Euter am ähnlichsten. Euter soll auch recht fest werden, wenn man ihn zubereitet, ich hatte aber noch nicht das Vergnügen. Würde ich ja gern mal probieren, ich esse ja grundsätzlich alles, bis auf Kutteln - weil, Kutteln haben eine Konsistenz, das ist so weich und wabbelig, das ist einfach eklig. Aber ansonsten graut mir vor nix!

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Was hältst du von der Meldung, der WDR übernähme "Blind Dinner" und würde damit die "teuerste Privatvideo-Sammlung der Welt" auflösen?

Das wäre eine sehr gute Idee, denn diese kompletten mindestens 90-Minuten-Sendungen sind eine feine Sache, das wäre um 23 Uhr ein tolles Programm. Das Blöde war, und das war natürlich der Grund für den Misserfolg, dass sich das nicht schneiden ließ. Die Abende waren herrlich, und ich meine, wenn ein Harald Schmidt anschließend sagt, er habe in den letzten Jahren nicht mehr so viel gelacht wie in diesen zwei Stunden, dann kommst du nicht auf die Idee, dass du gerade einen gigantischen Flop produzierst, weil das alle sagten. Also, die Abende waren toll, und die sind auch sicher kurzweilig, aber das ist ein ausgesprochenes Spätprogramm. Es ist natürlich nichts, mit dem man vier Millionen erwarten könnte, aber es ist in der Kategorie von "Zimmer frei".

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Es gab einmal vor Jahren die Frage bei "Boulevard Bio" nach deinem Tour-Van, deren Antwort damals von Alfred Biolek abgewürgt wurde. Warum wusstest du am Anfang nicht, dass ihr einen habt?

Ich glaube kaum, dass wir damals einen hatten, das ist noch nicht so lange. Also ich weiß, der erste, den haben wir gemietet, das war ein VW-Bulli. Das war schrecklich, da saß man auf der Achse, da konnte man gar nichts machen. Und dann bekamen wir diesen Vito, als der rauskam. Der hatte erst noch ziemlich viele Kinderkrankheiten, also so alle zwei Monate war das Ding dann in der Werkstatt, zwei Jahre lang.

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Wie sieht der Ablauf eines normalen Tour-Alltags aus?

Ja, ich frühstücke ’n bisschen Obst und mache mir eine Tasse Kaffee auf dem Zimmer oder Tee, dann gehe ich zum Tennis oder Joggen oder Fitness-Studio oder was nun da gerade in der Nähe ist. Dann frühstücke ich dort meistens, auf dem Tennisplatz ist ja meistens eine kleine Kneipe, und dann trinken wir noch mal einen Kaffee und essen ein halbes Salami-Brötchen - weil Salami ja, da ich Trennkost mache, als neutral gilt und sich mit einem Brötchen verträgt. Dazu spielen wir drei Partien Schach, dann fahren wir zurück, dann duschen, dann fährt man los, meistens hat man ja ’ne Stunde, anderthalb Stunden Anfahrt. Im Bus lese ich dann die Presse oder was ich sonst so zwischen habe. Im Herbst habe ich ja dann immer das Problem, dass ich einerseits den Jahresrückblick vorbereiten muss, d.h., ich brauche drei komplette Soli und acht Zwischenmoderationen, die muss ich dann auf Tour schreiben, bzw. hab’ dann auch noch Autoren, mit denen ich mich austauschen kann, und ich muss die komplette Buchstaffel von "Was liest du?" lesen. Da reden wir dann über 8 Bücher, weil wir das in zwei Tagen machen müssen, und das ist wirklich viel Holz, acht Bücher komplett im Kopf zu haben und da nicht durcheinander zu kommen - das ist nicht so doll. Also, das ist dann schon ein strammes Programm im Herbst. Und dann, wenn man ankommt, macht man Soundcheck, dann geht man essen, dann ist immer Presse - wenn man Glück hat, nur ’ne halbe Stunde, wenn man Pech hat, ’ne Stunde - dann kommt der Auftritt, dann kommen die Autogramme, so gegen elf, viertel nach elf fährt man dann zurück. Im Bus liest man was oder ich spiele mit dem Schachcomputer, und dann, wenn die Bar noch auf hat im Hotel, trinkt man noch einen Wein, spielt einen Skat oder ... geht schlafen.

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Und wie sieht für dich der ideale Freizeit-Tag aus?

Mit Sicherheit so, dass ich einkaufen gehe, mir abends Freunde eingeladen habe, was koche ... und dann anschließend was spielen oder zusammen Musik machen, so was in der Art.

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Du hast mal erzählt, du hättest einen Hecht geblinkert. Ist Angeln ein Hobby von dir?

Nein. Wir waren da mit Freunden in der Pfalz, und irgendwie haben sie mir da Angeln so ein bisschen gezeigt, und das hat mir auch Spaß gemacht. Also, das ist ja nun was anderes, wenn man eine Forelle, die man fängt, auch wirklich selber ausnimmt und zubereitet und isst. Also, irgendwie habe ich mich schon sehr urzeitlich gefühlt, das hat mir Spaß gemacht. Und das mit dem Hecht, ja, keiner hat damit gerechnet, dass da einer anbeißt, war auch gar nicht die Zeit,... Und jedenfalls ist es ja so, normalerweise steht ja dem, der es geangelt hat, das Beste zu. Das sind bei der Forelle oder bei anderen Fischen die Bäckchen, und beim Hecht ist es der Unterkiefer, und der stand mir dann natürlich zu. Also, Hecht schmeckt schon wahnsinnig gut.

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Du hast eine Knieoperation gehabt. Kannst du mittlerweile wieder gut Tennis spielen?

"Gut" konnt’ ich noch nie, und seitdem spiel ich auch nicht besser ... :-)
Nee, alles klar im Moment!

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Warum behauptest du immer, du seiest zu alt, obwohl das nicht stimmt?

Ich behaupte doch nicht, ich bin zu alt; es kommt darauf an, in welchem Zusammenhang. Wenn man bestimmte Dinge von mir verlangt, dann werde ich das schon mal gesagt haben, aber grundsätzlich bin ich doch nicht zu alt. Solange es noch Jopi Heesters gibt, kann man das auch nicht sagen.

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Wird es irgendwann möglich sein, den Inhalt deines Papierkorbs bei Ebay zu ersteigern? Weil, lt. deiner Aussage sollen neunzig Prozent deiner Schreibtischarbeiten dort landen?

"70" habe ich gesagt. "70". Nöh, das wird ja auch immer geleert. Ich denke schon, dass das ZDF ... Wie Rudi Carrell früher immer sagte, von dem, was er wegwirft, macht das ZDF ’ne Silvestersendung. Das dürfte für meinen Papierkorb auch zutreffen.

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Wie ist der Ausblick von deiner Dachterrasse in Berlin?

Häuser ... Dächer ... Bäume ... :-))

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Du lebst seit Jahren mit deiner Frau zusammen, wenn auch in getrennten Wohnungen. Was sagt der Sohn deiner Frau zu dir?

"Jürgen" ... Was soll er sonst sagen?

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Fährst du in Berlin auch heute noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Mach’ ich auch, aber ungern. Weil, mit diesem System komme ich ja nicht klar. Weißt du, die haben ja nun ganz neue Automaten, da muss man denn genau wissen, was man da ..., also, dafür musst du studieren, um so eine Fahrkarte zu ziehen. Außerdem finde ich es auch sehr teuer, also, wenn du zu dritt unterwegs bist, du willst meinetwegen mit zwei Freunden in’s Kino, dann nimmst du dir besser ein Taxi - das ist billiger!

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Welche Musikinstrumente beherrscht du?

"Beherrschen" ... :-))
Es reicht auf der Gitarre, ich spiele Blockflöte - das habe ich gelernt - und ansonsten habe ich mal ’n bisschen Schlagzeug gespielt, ’n bisschen Harmonika, aber alles nicht wirklich gut.

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Du lernst Spanisch. Wie gut bist du mittlerweile darin und welche Fremdsprachen sprichst du sonst noch?

Ich kann einigermaßen Englisch, und das Spanisch wirklich nur einige Bröckchen. Wobei wir eine sehr strenge Putzfrau haben, die nur spanisch mit uns spricht, und letztens haben wir auch einen Kurs besucht, und ich habe auch auf’m Computer einen Kurs. Also, wenn wir dort sind, machen wir schon immer ein bisschen. Weil, also erstmal finde ich Spanisch schön, habe ich immer schön gefunden. Ich habe ja nun acht Jahre Deutsch-Unterricht für Ausländer gegeben an der Uni, und die nettesten waren irgendwie immer die Südamerikaner, und dann habe ich denen ein bisschen Nachhilfe gegeben und die haben mir ein bisschen Spanisch beigebracht.

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Was hattest du für Abschlussnoten in Latein und Griechisch?

Boah, das weiß ich nicht mehr. Also, ich denke, ... zwei.

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Wie und wann bist du zum ersten Mal auf Ingo Oschmann aufmerksam geworden?

Bei "STAR SEARCH". Da hat er eine gigantische Leistung gebracht! Es war ja gegen den John, den Amerikaner, der ja sehr gut ist, und er hat ein fabelhaftes Solo gemacht, weil er die Situation einbezogen hat. Und John hat sich da ein bisschen mit der Themenwahl verzockt, und das war sehr gut und sehr nervenstark - das hat mir sehr imponiert. Ich hatte ihn auch vorher schon bei "NightWash" gesehen mit dieser Fessel-Geschichte, die er da immer hatte, und ich mochte den von Anfang an, er liegt mir einfach so als Typ. Er ist sehr charmant und macht so auf Schwiegersohn und das ist sehr angenehm ... och, das ist ’n toller Mensch.

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Du bist ein politisch interessierter Mensch und hast z.B. früher an Diskussionsrunden mit Jürgen Möllemann und anderen teilgenommen. Heute immer noch?

Ich habe Parteiarbeit gemacht, als Juso. Und habe dabei sehr schnell festgestellt, dass der Homo politicus kein Umgang für mich ist. Es sind unangenehme Menschen, diese angehenden Berufspolitiker. Sie haben - also zumindest die, die ich da kennengelernt habe - keine Spur von Humor, eine ekelhafte Ellenbogen-Mentalität und bekriegen sich da und, nee, das ist überhaupt nichts für mich.

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Wie weit, glaubst du, können bühnen- und fernsehschaffende Künstler das Weltbild ihrer Zuschauer beeinflussen?

Mei, des is vielleicht ein bisschen hoch gegriffen. Ich meine, was heißt "Weltbild", ich verkünde ja nichts. Ich gebe Möglichkeiten an die Hand, die Welt durch die Comedy-Brille zu sehen, ich finde vielleicht ein paar originelle Aspekte, und ich denke, die Botschaft ist unterm Strich: "Nehmt doch alles nicht so ernst." Wenn man das als Veränderung des Weltbilds bezeichnen will, dann okay, aber ich würde grundsätzlich den Einfluss von Bühnenschaffenden für eher gering halten. ... Also für geringer als z.B. die Sparkasse.

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Noch eine Frage: Als Kind seid ihr häufiger an die holländische Grenze gefahren, in Urlaub, ...

Nicht Grenze. An’s Meer.

... an’s Meer ...

Sechsmal nach Scheweningen und sechsmal nach Blankenberge.

... na, ein paar Brocken Holländisch wirst du dann ja auch gelernt haben, oder?

Ja, ich bin ja nun Aachener, ne, (...) , nein, man versteht dann schon ganz gut Holländisch, wenn man das ja viel hört.

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