Jürgen von der Lippe.


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Gar nicht mehr so weit nach Hagen

16-1989 is was
21-1994 is was ?
28-2004 Guten Morgen, liebe Sorgen !
T+M: Hans-Jürgen Dohrenkamp/Wendelin Haverkamp
V: Prima Musikverlag GmbH



Urlaub ade, da ist der Zoll.
Sechs Spuren sind gerammelt voll.
Alle Autos fahr’n nach Haus,
uns winkt der nette Zöllner raus.

Opa macht den alten Witz:
„Rate mal, wo ich drauf sitz!“
Rückbank raus und Reifen runter,
da wird auch unser Oma munter.

Bis untern Wagen höre ich sie fragen:
„Wie weit is et eigentlich noch nach Hagen?“
Und ich sage, um irgendwat zu sagen:
„Is gar nimmer so weit nach Hagen.“

Sechs Stunden später, wir im Stau.
Wo, dat weiß man nicht genau.
Und während ich am Radio dreh,
denk ich, wat für ´ne Schnapsidee

- fünf Mann in so’n klein Wagen,
Hagen – Spanien – Hagen.
Da dringt ein strenger Duft nach vorn,
Kind hinten rechts hat Luft verlor’n.

Kinder mit verkorkstem Magen,
auf engstem Raum, da kannst mich echt mit jagen.
Und ich sage, um irgendwat zu sagen:
„Is gar nimmer so weit nach Hagen.“

Ich werde wach von Mutters Schrei:
„Dat is doch niemals die A3!“
Ich find dat echt zum Schießen.
Ich war noch nie in Gießen.

Wenn man’s grad nicht brauchen kann,
hält de Polizei ein´ an.
Und sagt mit wichtigem Gesicht:
„Ihr linket Rücklicht tut et nicht.“

Ich sage, um irgendwat zu sagen:
„Scheiß auf das Licht, wo ist mein Campingwagen?“
Doch andrerseits, ich will mich nicht beklagen,
denn et is gar nicht mehr so weit nach Hagen.


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