Jürgen von der Lippe.


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Rock’n Roll, du hast mich nie geliebt (1)

2-1978 NICHT AM BÄR PACKEN !
6-1980 Aus dem Gröbsten raus !
7-1981 STAR MAGAZIN
T+M: Hans-Jürgen Dohrenkamp
V: Sinus Musikverlag Hans Ulrich Weigel GmbH



Es fing damals alles so gut an, mit ´ner Gitarre für 56 Mark;
drei Akkorde hatte ich nach’m knappen Jahr schon drauf
und meine Stimme war so jung und stark.
Die Oma über mir hat immer mit’m Besen geklopft,
dabei hörte die doch fast nix mehr.
Aber Mutter hat bei „Blowing in the wind“ geweint.
Vater fragte bloß immer, was’n nu mit de Schule wär?


Rock’n Roll, du hast mich nie geliebt,
hast nicht mal gewusst, dass es mich gibt.
Meine Jugend hab ich dir geschenkt, den Schwung und den Elan.
Na, lass mal gut sein, Rock’n Roll, ich hab’s ja gern getan.


Dann mit 40 Grad Lampenfieber der allererste Auftritt nachts um vier.
Und ein Besoffener schrie tatsächlich: „Ey, mach noch eins!“
Der meinte gar nicht mich, der wollt ´n Bier.
Die erste Gage hab ich dann sofort versoffen;
tja, war ja nicht besonders schwer,
aber damals hab ich den Korn oft nur noch doppelt gesehn.
Vater fragte bloß, was’n nu mit’m Studium wär?


Rock’n Roll, du hast mich nie geliebt,
hast nicht mal gewusst, dass es mich gibt.
Meine Jugend hab ich dir geschenkt, was gabst du mir dafür?
Nee, nee, Rock’n Roll, das war nich schön von dir.


Dann klopften auch so’n paar Plattenfritzen an;
mein Gott, die rissen sich grad die Klinke ausser Hand.
Und meinten, bei so viel Talent wär ich bald inne Hitparade,
und in Hollywood wär man auch schon sehr gespannt.
Und als ein Freund sagte: „Ey, ick hab deine Scheibe gekooft!“,
da wusste ich, bald bin ich Millionär.
Doch das mit Hollywood und Heck, das hat dann doch nicht hingehaun,
Vater fragte bloß, was denn nun mit den Millionen wär?


Rock’n Roll, du hast mich nie geliebt,
hast nicht mal gewusst, dass es mich gibt.
Ach Rock’n Roll, Rock’n Roll, ich könnt Beamter sein,
Nee, nee, Rock’n Roll, das war gemein.


Dann fuhr der Zug irgendwann ohne mich ab.
Tja, ich hab ihn vielleicht verscheucht.
Aber ich sag mir, Udo ist jetzt immer in Panik
und Gunter Gabriel hat’s auch nicht leicht.
Und ich geh ja auch schon langsam auf die vierzig zu,
in dem Alter läuft ja sowieso nix mehr.
Vater meckert jetzt auch gar nicht mehr so oft,
bloß manchmal fragt er, was’n so mit Rente wär?


Rock’n Roll, du hast mich nie geliebt,
hast nicht mal gewusst, dass es mich gibt.
Und wennste jetzt plötzlich ankämst, dann wär mir das egal.
Weißt du was, Rock’n Roll, du kannst mich mal!


Rock’n Roll, du hast mich nie geliebt,
hast nicht mal gewusst, dass es mich gibt.
Meine Jugend hab ich dir geschenkt, den Schwung und den Elan.
Na, lass mal gut sein, Rock’n Roll, hab’s ja gern getan.


Rock’n Roll, du hast mich nie geliebt ...


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