Jürgen von der Lippe.


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Ich bin hier – du bist da (live)

61-1991 LEIH MIR MAL KURZ ´NE MILLION (LIEBER GOTT, ...) (MCD)
T+M: Hans-Jürgen Dohrenkamp/Wendelin Haverkamp
V: Prima Musikverlag GmbH



Passen Sie auf! Ich sing Ihnen jetzt nur den Refrain vor. Ich krieg, nachher krieg
ich auch noch so’n Takt rein, weil ich zu blöd bin, um im Rhythmus zu bleiben,
das machen wir dann nachher weg; Sie hören das, Sie müssen aber nicht so
lachen, hähä, der Blödmann kann nicht ..., das ist jetzt nur, weil, da spielen dann
noch andere Musiker drauf, und wenn ich das nicht mache, wenn ich da nur
mit meiner Begleitung ankomme, dann sagen die: „Was ist das? Ja nee.
Ach nee, ich muss sowieso weg, da soll ´n anderer spielen.“
Ne? Das haben wir einmal erlebt – furchtbar.

Ich bin hier – du bist da, ist das ...

Nicht unkontrolliert mitarbeiten, ja?
Ich möchte nicht, dass da nachher was schief läuft.
Hör’n Sie sich das erst mal an. Wo war ich? Jetzt ham Sie mich rausgebracht.

... ist das nicht wunderbar?
Und hätt der liebe Gott mich lieber anderswo, dann wär das sicher so.

Ne? Normalerweise teil ich das auch noch auf.
Dass da erst mal diese Hälfte „Ich bin hier“, dann diese Hälfte „du bist da“ ...,
aber das würde dann einen Stereo-Effekt ergeben,
den der Zuhörer nachher gar nicht nachvollziehen kann.
Darum werden wir davon jetzt auch mal absehen, ja?
Sie kriegen jetzt Ihren Ton:

Aaah ... ich ...

Ja, es ist üblich, dass ein Orchesterleiter einen Ton vorgibt, Mensch!
Ich glaube, Sie unterschätzen die Schwierigkeiten eines konzertanten Werkes!
So, mal ein Pröbchen, vorsichtshalber, nich? Drei, vier:

.............. Ich bin hier .......

Sehn Se? Sehn Se? Sehn Se? Und ich sach noch ...
Es heißt „Ich – bin – hier - du – bist – da. Ist – das – nicht – wunderbar?
Erst mal bis DAHIN, ne? Ja. Drei, vier:

....... Ich bin hier - du bist da, ist das nicht wunderbar?
Und hätt der liebe Gott mich lieber anderswo, dann wär das sicher so!

Hm. 3.000 Menschen, ja? ... singen gemeinsam ein Lied. Weil, an den beiden,
die hier fehlen, kann’s ja nicht liegen, ne? Ich hab das Lied schon mal mit mehr
Fülle gehört! Ist das so Ihre Vorstellung von Rock’n Roll, die Sie so haben, ja?
Rock’n Roll ist doch nichts anderes, als musikalisch umgesetzte Sexualität in
ihrer animalischsten Form. Fanden Sie, dass das jetzt hier so klang?
Also, jetzt aber, mh! Lassen Sie mich doch nicht so hängen hier. Drei, vier:

..... Ich bin hier – du bist da, ist das nicht wunderbar?
Und hätt der liebe Gott mich lieber anderswo, dann wär das sicher so.

Erstaunlich, wie viel verschiedene Töne es doch gibt. Hahaha. Aber ich bin ja
nachher bei Ihnen. Wir singen das ja zusammen. So, jetzt kommt noch eine
Schwierigkeit. Ich fang ja praktisch an mit dem Lied, ne? Also hm hm hm ...,
und dann sing ich alleine. Nicht dann mitsingen! Weil, Sie können das Lied
ja noch gar nicht kennen, verstehen Sie? Nicht, dass Sie denken, ach
jetzt machen wir ihm ´ne Freude, NEIN. Nein, das wäre ganz falsch.
Sie müssen sich jetzt zurückhalten, und ab dem zweiten Mal SPONTAN
einsteigen, ne? Und es wär auch schön, wenn Sie so während
des Refrains lachen würden, weil, Sie kennen ich ja nicht.
Sie finden es ja auch eigentlich saukomisch, was ich ...
So, es wär schon schön, wenn Sie das so ...
Gib mir jetzt mal so langsam den Rhythmus rein, bitte, Christian.

TICK – TICK – TICK ...

Ne? Das is der Rhythmus. Da müssen Sie sich jetzt nicht drum kümmern ...
Für mich sehr ungewohnt ...

HAHAHA!

Na, Sie können sich ja hier hinsetzten! Blödmann!
Ja, jetzt hör ich meinen Rhythmus schon nicht mehr hier! Scheiße!
(...)

Ich bin hier – du bist da, ist das nicht wunderbar? Und hätt der liebe Gott ...

Ich bin schon aus’m Takt, weil da ... Scheiße. Thomas, lauft ihr weiter? Ja, ne?
Oder is das Band zuende? Nicht ...
Sie ham auch gar nicht gelacht. Das is auch so’n Punkt.
Fangen Se doch erst mal mit so’m Lachen an, dass Se schon mal drin sind.

HA HA HA!

Nee, SO unecht will ich es auch nicht haben!
Mach mal das Geräusch ´n bisschen lauter, das is ..., ich komm ja ...
das Geräusch! Nicht den Monitor.
Nur das ... So, jetzt aber, ne?

Ich bin hier – du bist da, ist das nicht wunderbar?
Und hätt der liebe Gott mich lieber anderswo, dann wär das sicher so.
Immer, wenn ich wach werd und weiß nicht, wo ich bin, schau ich kurz ...

Nein, das ist doch Scheiße mit dem Klatschen! Ich hab doch gesagt, NUR
SINGEN! Es is ja lieb gemeint, wenn Sie so mit zwei Mann hier ... Wie soll denn
der Zuhörer, wenn er das mal im Radio hört – falls es mal gespielt wird – dann
denkt der: „Hm. Unheimliche Stimmung in dem Saal!“ NUR SINGEN! Nur im
Refrain, wenn ich dann, nachher mach ich ... und dann: NICHT KLATSCHEN!



Ich bin hier, du bist da, ist das nicht wunderbar?
Und hätt der liebe Gott mich lieber anderswo,
dann wär das sicher so.


Immer, wenn ich wach werd und weiß nicht, wo ich bin,
schau ich kurz mal nach und leg mich wieder hin.
Telefon, der Chef ist dran: „Sie sind nicht im Büro!“
Ich sage, Chef, das geht auch nicht, die Sache ist ja so:


Ich bin hier, du bist da, ist das nicht wunderbar?
Und hätt der liebe Gott mich lieber anderswo,
dann wär das sicher so.


Immer, wenn ich wach werd und trag noch meine Schuhe,
krieg ich Lederallergie und brauche sehr viel Ruhe.
Telefon: „Wo bleibst du denn? Wir heiraten um vier!“
Ich sage, heiraten ist gut, aber wer ist „wir“?


Ich bin hier, du bist da, ist das nicht wunderbar?
Und hätt der liebe Gott mich lieber anderswo,
dann wär das sicher so.


Letztens auf ´ner Party schlief ich auf dem Locus ein,
es klopfte heftig an die Tür, einer war am schrei’n:
„Komm sofort aus der Standuhr raus, die Party is vorbei!“
Ich sage, „Standuhr“ - guter Witz, da schlug es auch schon drei!


Ich bin hier, du bist da, ist das nicht wunderbar?
Und hätt der liebe Gott mich lieber anderswo,
dann wär das sicher so.


Dann wär das sicher so!


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